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Zum Zustand der Autoindustrie in Deutschland

Zum Zustand der Autoindustrie in Deutschland

Von Roland Dreizler – In der gescheiterten Ampelregierung, vornehmlich in der SPD und bei den Grünen, sehen die Akteure allmählich, was sie in den 3 Jahren ihrer Regierungszeit angerichtet haben.

Sie haben die deutsche Automobilindustrie an den Rand der Insolvenz gebracht.

Die deutschen Automobilhersteller wollen allesamt Tausende und Abertausende von Arbeitsplätzen abbauen, ja ganze Werke und Standorte schließen. Die Zulieferindustrie – Firmen wie Bosch und ZF – plant das gleiche Desaster. Presse, Funk und Fernsehen, aber auch die für den Niedergang der Autoindustrie verantwortlichen Politiker geben die Schuld dafür dem Management der Autohersteller. Was für eine Lüge, was für eine Manipulation!

Nachfolgend eine Bestandsaufnahme der Ursachen.

In den letzten fünf Jahren wurde das Automobil durch EU und Bundesregierung systematisch beschädigt und kaputtgemacht:

  • In den Städten autofreie Zonen
  • Fahrradautobahnen
  • Verengte Fahrbahnen für Autofahrer
  • Tempo 30 innerorts
  • (Bislang zum Glück vergeblicher) Versuch der Einführung eines generellen Tempolimits in Deutschland
  • Verbrennerverbot EU-weit ab 2030, danach nur noch Neuzulassung von E-Autos
  • Fahrverbote wegen Feinstaub
  • Klageflut der Deutschen Umwelthilfe mit Geschäftsführer Jürgen Resch (der Bund unterstützt die DUH mit 12 Mio € jährlich)
  • Straßen und Brücken werden nicht mehr modernisiert; je mehr Baustellen, desto besser, wie es scheint
  • Unmögliche, von Verbrennern nicht mehr erreichbare Schadstoffgrenzwerte mit E7 ab 2026
  • Hohe Strompreise, dadurch hohe Produktionskosten
  • Immer mehr Bürokratie (z.B. Lieferkettengesetz)

So geht es scheinbar endlos weiter – die Liste ließe sich beliebig fortstetzen.

"Ich kann das Elend nicht mehr sehen!" - zu Recht, mit Recht (Bild: Roland Dreizler)

Wie ein Witz liest sich der Artikel im Schwarzwälder Boten vom 16.11.2024 – Olaf Scholz will Industrie ohne Mehrheit stärken. „Scholz will sich außerdem bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass Strafzahlungen für Autombilhersteller beim Überschreiten sogenannter Pkw-Flottengrenzwerte zum CO²-Ausstoß vermieden werden. Die für 2025 drohenden hohen Strafzahlungen würden zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen, hieß es. Weitere Themen des Industriegipfels waren laut Bundesregierung unter anderem der Bürokratieabbau und die Verringerung von Berichtspflichten.“

Scholz spielt sich als Retter auf, nachdem er vorher ein einzigartiges Zerstörungswerk angerichtet hat. Unglaublich, oder?

Das Management bei Autoherstellern

Sicherlich haben die Führungsetagen der Autohersteller Fehler gemacht. Widerstand gegen die unrealistischen E7-Werte war fast keiner vorhanden. Die Ampelregierung hat die Vorgaben vorbehaltslos innerhalb der EU-Kommission akzeptiert. Es gab nicht nur keine Gegenwehr, sondern teilweise Unterstützung für die Maßnahmen: Die Autohersteller witterten mit dem E-Auto ein neues, großes Geschäft.

Wie sagte Ole Källenius von Daimler noch 2020? „Wir setzen voll auf den E-Antrieb, ab 2030 gibt es bei Daimler keinen Verbrenner mehr“. Inzwischen ist er anderer Meinung, nachdem der Absatz von E-Autos in Deutschland immer noch minimal, und die chinesische Konkurrenz hart im Geschäft ist, weil deren Autos billiger sind.

Zwischenzeitlich baut VW eine eigene Softwarefirma auf, die nicht funktionierende Bordcomputer liefert, statt bessere Fremdspezialisten einzusetzen.

Jetzt merken die Autohersteller, dass sie mit der Fixierung auf das E-Auto aufs falsche Pferd gesetzt haben. Den Verbrenner abzuschaffen, war der größte Managementfehler, und die Auswirkungen sind enorm.

VW will 10 Standorte mit 30.000 Mitarbeitern schließen und abbauen, Ford entlässt 3.000 Leute in Deutschland, vornehmlich in Köln, wo nur noch E-Autos produziert werden – weil diese Autos kaum mehr nachgefragt werden. Bei ZF werden 10.000 Leute ihren Hut nehmen müssen, bei Bosch gleichfalls 10.000 Leute – und so geht es grad weiter. Der VDA (deutscher Automobilverband) erwartet den Verlust von 190.000 Arbeitsplätzen bis 2035.

Die Beschäftigten

Laut BILD-Zeitung vom 2.11.2024 wird bei VW richtig gut verdient. Gegenüber den Lohnverdiensten der Metallindustrie liest sich das wie aus dem Schlaraffenland oder einem Selbstbedienungsladen – angefangen beim Arbeiter am Band, bis zu Vorstandschef Blume. Bei einer 35-Stunden-Woche verdient der Mann am Fließband 48.000 €, der Maschinenschlosser bekommt 67.200 €. Selbst die Sekretärin hat 55.000 € im Jahr inkl. Boni. Zum Vergleich: Schreibkräfte erhalten durchschnittlich 35.700 € in Deutschland.

Abteilungsleiter fahren mit mindestens 125.000 € nach Hause. An der Spitze des Selbstbedienungsladens ist der CEO Oliver Blume mit 9.711.477 € im Jahr. Die Renten sind sehr üppig. So erhält der ehemalige CEO Martin Winterkorn 3.100 €/Tag an Rente, macht im Jahr 1.131.500 €. Für was? Für den Abgasskandal?

Die Tarifbeschäftigten bekamen 2023 noch einen Bonus von 4.735 €, davon können die Mitarbeitern in allen anderen Branchen nur träumen. Die leitenden Angestellten bekommen mehrmals im Jahr neue Wagen vor die Tür gestellt, auf dem Werksgelände ist der Sprit und die Autowäsche kostenlos. Besonders beliebt: Allrad-Fahrzeuge für die Skiferien.

Manche Rentner bei VW, z.B. Abteilungsleiter und Bereichsleiter, behalten auch im Ruhestand ihr Dienstwagen-Anrecht. Mitarbeiter, die einen eigenen Wagen kaufen wollen, erhalten satte 18% Rabatt auf einen VW-Neuwagen. Bei den anderen Herstellern wie Daimler, Audi, Ford und BMW sieht es nicht anders aus.

Wen wundert dann noch die Krise?

Die Belegschaft von VW will jedoch sparen und legt einen „Sparplan mit Gehaltsverzicht“ vor, vom Arbeiter am Band bis zum Vorstandschef. Man will die nächsten 2 Tarifrunden nur 5,1 % Lohnerhöhung in 2 Stufen haben. Das ist Ironie in Reinstform.

Fazit

  • Das Verbrennerverbot muss weg.
  • Die Strafzahlungen der EU müssen weg.
  • Die Schadstoffgrenzwerte der EU müssen von E7 wieder auf E4 zurückgefahren werden.
  • Die höhen Löhne, Renten, Boni müssen reduziert werden.
  • Die Bürokratie muss weg.
  • Die Rahmenbedingungen wie hohe Energiepreise, Heizungsgesetz usw. müssen weg.

Nur dann wird es der deutschen Industrie und speziell der Automobilindustrie mit Zulieferern wieder besser gehen.

Titelbild: Ivan Traimak (iStock)

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